Guides

Gruppenfotos Hochzeit: So bekommt ihr alle wichtigen Bilder ohne Gruppenfoto-Marathon

Grup­pen­fo­tos gehö­ren für vie­le Paa­re zur Hoch­zeit dazu. Gleich­zei­tig hat kaum jemand Lust, nach der Trau­ung eine Stun­de lang Namen auf­zu­ru­fen, ver­schwun­de­ne Onkel zu suchen und die­sel­ben Men­schen immer wie­der neu auf­zu­stel­len.

Das muss auch nicht sein. Mit einer kur­zen Lis­te, einem guten Zeit­punkt und ein wenig Hil­fe ent­ste­hen die wich­ti­gen Bil­der ziem­lich ent­spannt. Danach könnt ihr wie­der dahin, wo ihr hin­ge­hört: mit­ten in eure Fei­er.

Warum Gruppenfotos auf der Hochzeit trotzdem wichtig sind

Ich foto­gra­fie­re Hoch­zei­ten am liebs­ten so, wie sie pas­sie­ren. Unge­stellt, nah dran und ohne euren Tag in ein Foto­shoo­ting zu ver­wan­deln. Trotz­dem haben klas­si­sche Grup­pen­bil­der ihren Wert.

Auf einer Hoch­zeit kom­men Men­schen zusam­men, die sel­ten gleich­zei­tig am sel­ben Ort sind. Viel­leicht leben eure Geschwis­ter in ver­schie­de­nen Städ­ten. Viel­leicht seht ihr man­che Ver­wand­te nur ein paar Mal im Jahr. Und irgend­wann bekommt ein schein­bar schlich­tes Bild mit Eltern, Groß­el­tern oder engen Freun­den eine Bedeu­tung, die ihr am Hoch­zeits­tag noch gar nicht abse­hen könnt.

Das heißt aber nicht, dass ihr jede mög­li­che Kom­bi­na­ti­on foto­gra­fie­ren müsst. Ein Grup­pen­fo­to wird nicht auto­ma­tisch wich­ti­ger, nur weil noch drei ent­fern­te Bekann­te mit dar­auf­ste­hen. Ent­schei­dend ist, wel­che Men­schen zu eurem Leben gehö­ren.

Ich glau­be, genau da liegt der bes­te Maß­stab: Wel­che Bil­der wür­det ihr in zehn oder zwan­zig Jah­ren wirk­lich gern anschau­en? Bei wel­chen Men­schen wür­det ihr euch ärgern, wenn kein gemein­sa­mes Foto ent­stan­den wäre?

Die­se Bil­der machen wir. Den Rest las­sen wir pas­sie­ren.

Hochzeitsgruppe steht vor einer alten industriellen Backsteinhalle, lacht und schaut auf einen älteren Mann auf einem Motorroller. Braut in einem langen, detaillierten Kleid, umgeben von gut gekleideten Gästen.

Gruppenfotos Hochzeit planen: Eine kurze Liste reicht

Eine Foto­lis­te mit vier­zig Kom­bi­na­tio­nen klingt gründ­lich. Am Hoch­zeits­tag wird sie schnell zum Stun­den­plan. Ein Teil der Gäs­te steht her­um, ande­re holen sich gera­de ein Getränk und irgend­je­mand ist garan­tiert auf der Toi­let­te.

Für die klas­si­schen Grup­pen­bil­der rei­chen mei­ner Erfah­rung nach oft fünf bis acht fes­te Kom­bi­na­tio­nen. Damit deckt ihr die Men­schen ab, die euch beson­ders nahe­ste­hen, ohne den Sekt­emp­fang lahm­zu­le­gen.

  • Ihr bei­de mit euren Eltern
  • Ihr bei­de mit den engs­ten Fami­li­en
  • Ihr bei­de mit euren Groß­el­tern
  • Ihr bei­de mit Geschwis­tern und deren Fami­li­en
  • Ihr bei­de mit euren Trau­zeu­gen
  • Ihr bei­de mit dem engs­ten Freun­des­kreis
  • Ein gemein­sa­mes Bild mit allen Gäs­ten

Die­se Lis­te ist kein Gesetz. Fami­li­en sind unter­schied­lich. Viel­leicht möch­tet ihr ein­zel­ne Bil­der mit Mama und Papa. Viel­leicht gehö­ren eure Paten, eine Patch­work-Fami­lie oder Freun­de, die längst Fami­lie gewor­den sind, unbe­dingt dazu.

Schreibt des­halb nicht ein­fach eine Vor­la­ge aus dem Inter­net ab. Über­legt gemein­sam, wer für euch wich­tig ist. Mehr braucht eine gute Lis­te nicht.

Gebt eurem Foto­gra­fen die Lis­te vor der Hoch­zeit. Dann kön­nen wir prü­fen, ob die Rei­hen­fol­ge sinn­voll ist und wie viel Zeit wir rea­lis­tisch brau­chen. Am Hoch­zeits­tag selbst soll­tet ihr nicht mit dem Han­dy in der Hand über­le­gen, ob noch jemand fehlt.

Der richtige Zeitpunkt für Gruppenfotos auf eurer Hochzeit

Wann die Grup­pen­bil­der am bes­ten ent­ste­hen, hängt von eurem Ablauf und der Loca­ti­on ab. Häu­fig passt der Moment direkt nach der Trau­ung gut. Die Gäs­te sind noch bei­sam­men und noch nie­mand ist zum Hotel, Kuchen­buf­fet oder zur Bar ver­schwun­den.

Direkt nach dem Aus­zug sind aller­dings meist erst ein­mal Gra­tu­la­tio­nen dran. Lasst euch dafür Zeit. Nie­mand möch­te eine Umar­mung abbre­chen, weil laut Ablauf­plan in zwei Minu­ten das Fami­li­en­fo­to beginnt.

Nach den Gra­tu­la­tio­nen kann eine ver­trau­te Per­son die benö­tig­ten Grup­pen sam­meln. Wäh­rend­des­sen könnt ihr kurz durch­at­men, etwas trin­ken und den Moment genie­ßen. Sobald alle bereit­ste­hen, foto­gra­fie­ren wir die Kom­bi­na­tio­nen zügig hin­ter­ein­an­der.

Manch­mal ist ein spä­te­rer Zeit­punkt bes­ser. Bei einer Trau­ung an einem ande­ren Ort kann es sinn­voll sein, die Bil­der erst an der Fei­er­lo­ca­ti­on zu machen. Dort gibt es viel­leicht mehr Platz, einen ruhi­ge­ren Hin­ter­grund oder eine über­dach­te Mög­lich­keit bei Regen.

Wich­tig ist vor allem, Grup­pen­fo­tos nicht irgend­wann lose in den Nach­mit­tag zu wer­fen. Wenn das Kaf­fee­trin­ken läuft, Kin­der spie­len und die ers­ten Gäs­te ihre Jacken im Auto suchen, wird das Ein­sam­meln müh­sam.

Plant lie­ber ein kla­res, kur­zes Zeit­fens­ter. Dann wis­sen alle Bescheid und ihr habt das The­ma ent­spannt erle­digt.

So dauern Gruppenfotos keine halbe Ewigkeit

Der größ­te Zeit­fres­ser ist sel­ten das Foto­gra­fie­ren. Es ist die Suche nach den Men­schen, die als Nächs­tes aufs Bild sol­len. Wäh­rend ich foto­gra­fie­re, kann ich nicht gleich­zei­tig wis­sen, wel­cher der vier Män­ner am Steh­tisch euer Onkel ist.

Bestimmt des­halb eine Per­son, die eure Fami­li­en und den Freun­des­kreis kennt. Das kann ein Trau­zeu­ge, ein Geschwis­ter­teil oder ein guter Freund sein. Die­se Per­son schaut auf die Lis­te und holt die nächs­te Grup­pe zusam­men, wäh­rend das vor­he­ri­ge Bild ent­steht.

Das klingt nach einer Klei­nig­keit. In der Pra­xis macht es einen rie­si­gen Unter­schied.

Die Rei­hen­fol­ge soll­te eben­falls logisch sein. Groß­el­tern und klei­ne Kin­der foto­gra­fie­ren wir mög­lichst früh. Sie sol­len nicht lan­ge war­ten und kön­nen sich danach wie­der set­zen oder zurück­zie­hen.

Bei Fami­li­en­bil­dern kön­nen wir mit einer grö­ße­ren Grup­pe anfan­gen und nach und nach Men­schen aus dem Bild neh­men. Erst alle zusam­men, dann nur die engs­te Fami­lie, danach Eltern und Geschwis­ter. So muss nicht bei jedem Foto die kom­plet­te Mann­schaft neu zusam­men­ge­sucht wer­den.

Auch der Ort soll­te vor­her fest­ste­hen. Ein ruhi­ger Hin­ter­grund hilft mehr als eine auf­wen­di­ge Kulis­se. Hin­ter euch müs­sen kei­ne Blu­men­wand und kein Schloss ste­hen. Oft reicht eine kla­re Haus­wand, ein Stück Grün oder die Archi­tek­tur eurer Loca­ti­on.

Wich­tig ist, dass genug Platz vor­han­den ist und nicht stän­dig Gäs­te durchs Bild lau­fen. Bei einer Hoch­zeit im Ruhr­ge­biet darf das übri­gens gern Back­stein, Stahl oder ein altes Hal­len­tor sein. Fami­lie bleibt Fami­lie, auch ohne Schloss­park.

bjoern schreiber hochzeitsfotograf 22

Ein Gruppenbild mit allen Gästen: ja oder nein?

Das gro­ße Grup­pen­bild ist ein Klas­si­ker. Ob es zu euch passt, hängt von der Gäs­te­zahl und der Loca­ti­on ab.

Bei einer klei­ne­ren Gesell­schaft lässt sich das Bild meist schnell umset­zen. Bei 120 oder 150 Gäs­ten braucht es mehr Pla­nung. Alle müs­sen sicht­bar sein, die hin­te­ren Rei­hen brau­chen Höhe und der Foto­graf einen Stand­punkt, von dem aus die gan­ze Grup­pe ins Bild passt.

Eine Trep­pe, eine erhöh­te Ter­ras­se oder ein Fens­ter im ers­ten Stock kön­nen hel­fen. Eine Droh­ne ist nicht auto­ma­tisch die bes­te Lösung. Von weit oben erkennt ihr zwar die For­ma­ti­on, aber kaum noch die Gesich­ter. Und genau um die geht es doch.

Wenn ihr ein Bild mit allen möch­tet, sagt das früh­zei­tig. Dann kann ich mir die Loca­ti­on anse­hen und ein­schät­zen, wo es funk­tio­niert. Am Hoch­zeits­tag spon­tan zwei­hun­dert Men­schen auf einem schma­len Weg zu sor­tie­ren, ist eher Betriebs­aus­flug als Hoch­zeits­re­por­ta­ge.

Das gro­ße Grup­pen­fo­to soll­te außer­dem nicht direkt nach der Trau­ung ange­kün­digt und dann zwan­zig Minu­ten spä­ter auf­ge­nom­men wer­den. In die­ser Zeit zer­streu­en sich die Leu­te. Bes­ser ist eine kla­re Ansa­ge: Wir machen das Bild jetzt. Danach geht es sofort wei­ter.

Und wenn ihr kei­ne Lust dar­auf habt? Dann lasst es weg. Es gehört nicht zum Pflicht­pro­gramm. Vie­le klei­ne­re Bil­der mit den wich­tigs­ten Men­schen kön­nen für euch viel wert­vol­ler sein.

Gruppenfotos Hochzeit: ordentlich, aber nicht steif

Bei einem klas­si­schen Grup­pen­bild müs­sen die Gesich­ter zu sehen sein. Ein biss­chen Ord­nung gehört also dazu. Trotz­dem müsst ihr nicht aus­se­hen wie die Abschluss­klas­se vor der Turn­hal­le.

Men­schen dür­fen nah zusam­men­ste­hen. Arme dür­fen sich berüh­ren. Jemand darf lachen, weil der Trau­zeu­ge wie­der Quatsch erzählt. Ich gebe euch eine kla­re Rich­tung, ohne jede Hand und jeden Fuß mil­li­me­ter­ge­nau zu plat­zie­ren.

Neben den fes­ten Bil­dern ent­ste­hen ohne­hin vie­le klei­ne Grup­pen­fo­tos ganz von selbst. Eure Freun­de sto­ßen mit­ein­an­der an. Geschwis­ter ste­hen beim Sekt­emp­fang zusam­men. Oma wird von den Enkeln umarmt. Die­se Momen­te wir­ken anders als ein geplan­tes Bild, und genau des­halb gehö­ren bei­de Arten in eine gute Repor­ta­ge.

Bit­te plant euren gan­zen Tag nicht um Grup­pen­fo­tos her­um. Ent­schei­det euch für die Bil­der, die euch wirk­lich etwas bedeu­ten. Orga­ni­siert eine Per­son zum Ein­sam­meln und gebt dem Gan­zen ein kur­zes Zeit­fens­ter.

Dann ste­hen am Ende nicht nur alle wich­ti­gen Men­schen auf euren Bil­dern. Ihr habt auch noch genug Zeit, mit ihnen zu fei­ern.

Wenn ihr eure Hoch­zeit im Ruhr­ge­biet oder irgend­wo in NRW plant und unsi­cher seid, wel­che Grup­pen­bil­der sinn­voll sind, schreibt mir gern. Wir schau­en gemein­sam auf eure Gäs­te und euren Ablauf. Ohne Foto­lis­ten-Wahn­sinn. Ver­spro­chen.

Ähnliche Beiträge

Was passiert eigentlich, wenn euer Hochzeitsfotograf krank wird?

Eine Fra­ge, die mir in den Gesprä­chen mit Braut­paa­ren oft gestellt wird, ist: „Was pas­siert eigent­lich, wenn du an unse­rer Hoch­zeit krank wirst?“ Ich kann die Fra­ge gut ver­ste­hen. Ihr plant die­sen Tag laaan­ge im Vor­aus, sucht euch euren Foto­gra­fen bewusst aus und möch­tet natür­lich wis­sen, ob es für den Ernst­fall einen Plan gibt. Die…
Mehr erfah­ren → Was pas­siert eigent­lich, wenn euer Hoch­zeits­fo­to­graf krank wird?

Wie lange dauert die Bearbeitung von Hochzeitsfotos? Wann ihr eure Bilder wirklich bekommt.

Die Hoch­zeit ist vor­bei, der Kopf noch vol­ler Momen­te und dann kommt die­se eine Fra­ge: Wie lan­ge dau­ert die Bear­bei­tung von Hoch­zeits­fo­tos eigent­lich? Ihr möch­tet sehen, wie ihr euch ange­schaut habt, wer beim Ja-Wort geweint hat und was wäh­rend der Fei­er pas­siert ist, ohne dass ihr es mit­be­kom­men habt. Bei mir bekommt ihr kurz nach…
Mehr erfah­ren → Wie lan­ge dau­ert die Bear­bei­tung von Hoch­zeits­fo­tos? Wann ihr eure Bil­der wirk­lich bekommt.

Nicht fotogen auf Hochzeitsfotos? Warum ihr vor der Kamera nichts leisten müsst.

„Wir sind bei­de nicht foto­gen.“ Die­sen Satz höre ich vor Hoch­zei­ten ziem­lich oft. Meist folgt direkt die Sor­ge, auf den Bil­dern steif aus­zu­se­hen, nicht zu wis­sen, wohin mit den Hän­den, oder sich spä­ter selbst nicht zu gefal­len. Ich kann das ver­ste­hen. Vor einer Kame­ra zu ste­hen gehört für die meis­ten Men­schen nicht zum All­tag. An…
Mehr erfah­ren → Nicht foto­gen auf Hoch­zeits­fo­tos? War­um ihr vor der Kame­ra nichts leis­ten müsst.